Umnutzung und Sanierung Unterwerk Volta

Bauherrschaft: Industrielle Werke Basel/Bau- und Verkehrsdepartement des Kantons Basel-Stadt/IBA Basel 2020 (Internationale Bauausstellung)

Die vollständig aus Beton gegossene Raumskulptur wurde von den Architekten August Künzel und Hans Bernoulli um 1932 erbaut. Zusammen mit der alten Dampfzentrale vis-à-vis sind sie Zeugen der Elektrifizierung der Stadt und Namensgeber des VOLTA-Gebietes im St. Johann.
Im Rahmen des Novartis Campus Projektes sollten anfänglich die Anlagen verlegt und das Gebäude abgebrochen werden. Da diese Anlagen der städtischen Grundversorgung dienen, und zwingend am bestehenden Stromnetz angeschlossen sein müssen, können sie nicht beliebig verlegt werden. Eine unterirdische Anordnung unter der Voltamatte musste verworfen werden, da dies in der archäologischen Schutzzone (Keltensiedlung) läge, die Elektromagnetfelder darüber keinen Kinderspielplatz zuliessen und die Kosten mit einem dreistelligen Millionenbetrag beziffert wurden.

In ungenutzten Teilbereichen sollten Proberäume für Rockbands eingebaut werden. Unter Ausnutzung der massiven Betonstruktur hätte hier der langersehnte Traum von zehn grosszügigen Proberäumen verwirklicht werden können. Die dicken Betonmauern, versehen mit einer zusätzlichen Dämmung und neuen Schallschutzfenstern hätten dabei die Umgebung vor Schallemissionen geschützt. Hier hätte endlich Lärm gemacht werden dürfen!
Das Projekt wurde nicht verwirklicht, weil eine Frequenz des Magnetfeldes der Tramfahrleitung Einkoppelungen in die alte Bauart der Singlecoil-Gitarren verursachte.

Nachdem das erste Obergeschoss des Kopfbaus mit dem Nordstern bereits einer kulturellen Zwischennutzung zugeführt wurde, wird nun in der ehemaligen Kommandozentrale im zweiten Obergeschoss die Geschäftsstelle der IBA Basel 2020 (internationale Bauausstellung) in Form eines grossräumigen Ateliers eingerichtet. Ein bereits zum Auditorium umfunktionierte Raum wir durch die Ausstellung über den trinationalen Lebensraum „Basel 360Grad“ genutzt.
Im Erdgeschoss wird strassenseitig eine Arkade eingeführt. Der nunmehr öffentlich genutzte Kopfbau erhält so seine adäquate Eingangssituation. Hier ist ein Restaurant geplant.

Die Betonfassade erfährt eine umfassende Sanierung. Die Fassade erhält wiederum einen Mineralischen Farbanstrich in Lasurtechnik. Die Homogenität des durchgängigen Materials Beton und die Plastizität des Gebäudekörpers werden unterstrichen, indem sämtliche Elemente von den Fassadenflächen über die Simsen, Lisenen und Vordächer bis zu den charakteristischen Betonfenstersprossen alles mit Lasurtechnik gestrichen wird.