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2009/10
Sanierung Wohn- und Geschäftshaus, Hauptstrasse 26, Reiden

Architektur und Baukonstruktion: 1965 erteilte der Reidener Drogist Robert Troxler den Auftrag für den Entwurf eines Wohn- und Geschäftshauses an der Hauptstrasse in Reiden an seinen Jugendfreund und Architekten Kurt Künzler und dessen Partner Werner Herzog. Das in der Tradition der 60-Jahre Moderne errichtete Gebäude war eines der wenigen Werke das der spätere Stadtarchitekt von Luzern und sein Partner realisieren konnten.

Die zwei engagierten Architekten widmeten dem Bau Ihre volle Aufmerksamkeit, was diesem in Form seiner klaren Gestaltung anzusehen ist. Zwei umeinander verwinkelte 3-Zimmerwohnungen pro Geschoss orientieren sich mit den Wohnräumen nach Süden. Im obersten Geschoss befindet sich eine Grosswohnung mit sehr schönen Panoramafenstern und Ausblick auf die Hauptstrasse. Der Ladenzugang der ursprünglichen Drogerie, (heute Redaktion LN + Oberwiggertaler) ist ebenfalls gegen den südlichen Vorplatz gerichtet. Das Gebäude reagiert mit seiner Setzung auf die damals stark befahrene Kantonsstrasse, indem es auf der Westseite praktisch keine Fenster aufweist.

Sowohl die Aussenmauern aus Durisolsteinen, wie auch das Betonflachdach wiesen praktisch keine Wärmedämmung auf. Es ist klar, dass der allseitig freistehende Bau sehr hohe Energieverbrauchszahlen aufwies. Eine energetische Sanierung wurde unter diesen Voraussetzungen trotz des eigentlich guten Bauzustands unerlässlich.

Konzept der Aussensanierung: Die ausgewogene Fassadengliederung und -materialisierung galt es bei der Aussensanierung zu erhalten. Daher wurden nur die verputzen Ost-, West und Südfassaden mit einer Kompaktaussendämmung isoliert. Um das Bild des Gebäudes als Zeitzeuge der 60er-Jahre nicht zu verwischen, erhielten die Sichtbetonbrüstungen auf der Südfassade keine Dämmung. Das Dach hingegen ist mit einer starken Isolationsschicht ausgerüstet worden. Sämtliche Fenster wurden durch dreifach verglaste Holzmetallfenster ersetzt. Wichtig war bei allen Arbeiten, auf die für das Erscheinungsbild charakteristischen Details zu achten.

Farbkonzept: Farblich präsentiert sich das Gebäude nach der Sanierung unverändert. Weisse Putzflächen werden durch rohen Sichtbeton gegliedert. Die Sichtbetonteile wurden wo nötig geflickt und anschliessend mit einem transparenten Lasuransrich behandelt. Der neue Fassadenputz ist weiss gestrichen, die Putzflächen der eingezogenen Terrassen sind graugrün abgesetzt. Einziger farblicher Akzent sind die textilen Beschattungselemente der Wohnungsterrassen. Ihr dezentes Orange verweist auf die Mode des Baujahrs 1966. So erstrahlt der Baukörper wieder in klarem Weiss, rohem Beton und in energetischer Topform für die kommenden vierzig Jahre.


Bauleitung: Fred Soltermann, Reiden


R_I Rüdisühli Ibach Architekten BSA SIA AG, Alban Rüdisühli Architekt BSA SIA, Christoph Ibach Architekt ETH SIA, Heuberg 16, CH-4051 Basel, +41 61 260 20 90, mail@ri-ag.ch, © 2015